Ostküste Floridas
Mittwoch, Oktober 20, 2010 by Michael
Nach den spannenden Tagen in den Everglades und auf den Keys mussten wir uns Richtung Norden aufmachen, schliesslich wollten wir am Wochenende in Gainesville ankommen. Auf dem Weg dahin gab es aber noch einiges zu sehen.
Nachdem wir versucht hatten, in der öffentlichen Bibliothek auf den Keys ins Internet zu gelangen (geschlossen) und in Ford Lauderdale in der Unibibliothek kein Glück hatten (weder mit Pass, Kreditkarte, Autoausweis noch mit Krankenkassenkarte bekommt man einen Zugang; nein, es muss ein Ausweis mit einer Adresse drauf sein), fanden wir nördlich von Palm Beach in Ford Pierce ein “Sunset Inn”. Das Zimmer war so schlecht wie der Preis gut und auch der Whopper als Nachtessen vermochte die Stimmung nicht zu heben. So schliefen wir neben einer lärmenden Klimaanlage ein.
Der folgende Tag begann zum Glück besser: Im nächsten Dorf sahen wir ein nettes Kaffee und starteten den Tag mit einem guten Frühstück. Gemütlich fuhren wir der US-1 entlang. Hier ist Autofahren eine entspannte Sache, da alle grösseren Strassen mindestens zweispurig sind und ungeheuer viel Platz vorhanden ist. Der nächste Halt war schon auf Cocoa Beach. Dort fanden wir einen Computerladen und nun sind wir stolze Besitzer eines Netbooks. Eine resolute Dame im Visitorcenter quartierte uns im “Comfort Inn” ein, welches mit Pool, Waschsalon und Internetanschluss, dem ihr die letzten Berichte aus Ecuador vedankt, aufwartete. Nach dem vollen Program auf den Keys und der ganzen Fahrerei genossen wir hier das Faulenzen und Ausspannen.
Den Sonnenuntergang wollten wir in einem Restaurant auf der Westseite dieser vorgelagerten Insel geniessen. Wir fanden auch den idealen Platz direkt am Wasser, einzig die Kellnerin wollte nicht ganz zur Stimmung passen: Als Janna mit ihrem Essen fertig war, räumte sie geflissentlich ab und fragte nach einem Dessert. Mich hingegen fragte sie nicht, sondern kam gleich mit der Rechnung. Diese ignorierten wir und orderten noch ein Stück Kuchen. Mit säuerlicher Miene trabte sie davon und kam bald darauf wieder mit dem Kuchen – und der Rechnung. Da der Sonnenuntergang jedoch noch auf sich warten liess, mussten wir wohl oder übel noch etwas nachbestellen. Als die Rechnung das dritte Mal ungefragt auf dem Tisch landete und die Sonne verschwunden war, bezahlten wir artig. Unsere Hartnäckigkeit wurde aber doppelt belohnt: In der Bay sahen wir an diesem Abend zwei Delphine schwimmen!
Am nächsten Tag fuhren wir weiter zum “Kennedy Space Center”. Ein wenig wie Disneyland aufgemacht, faszinierten uns dennoch die beiden Filme in den Imax-Kinos. So nah ist man den Astronauten in Space-Shuttle oder der Internationalen Raumstation nur selten und die Kunststücke, die man in der Schwerelosigkeit durchführen kann, sind faszinierend. Die echte Saturn-V-Rakete ist einfach “huge” und auch das Modell Shuttle ist zumindest von aussen recht beeindruckend. Leider kam man nicht allzu nah an den richtigen Shuttle, der am 1. November abheben soll, heran. Auf einer Plattform etwa 1 Meile davon entfernt konnte man ihn hinter dem Startgestell erahnen. Alles in allem waren wir sehr beeindruckt und wir verliessen das Gelände erst als die Sonne schon untergegangen war. In Titusville fanden wir dann unser Nachtlager.
Am nächsten Tag wollten wir gegen Abend in Gainesville bei Martina ankommen. Ein Zwischenstopp gehörte allerdings St. Augustine, das älteste durchgehend bewohnte Dorf von Amerika. Dieses war denn auch wirklich ein Schmuckstück: Die Steinhäuser und gepflasterten Gassen hatten wirklich Charme und das Hindurchschlendern machte richtig Spass. Und schliesslich fanden wir auch noch das eine oder andere Souvenir. Eine stärkende Suppe machte uns schliesslich fit für die Strecke nach Gainesville…