Orlando / Westküste

Sonntag, Oktober 24, 2010 by Michael

Nach Gainesville mussten wir wieder den Weg zurück nach Miami antreten. Diesmal fuhren wir weiter westlich hinunter – so dass wir fast automatisch an Orlando vorbeikamen. Da kann man sich einen Abstecher in einen der vielen Vergnügungsparks nicht verkneifen. Als wir hörten, dass in den Universal Studios Orlando ein neuer, fantastischer Harry-Potter-Ride zu bestehen ist, fiel uns die Wahl leicht. Leider war die letzte Nacht durch das Updaten unseres Blogs kürzer als geplant und so kamen wir erst gegen 11 Uhr in Orlando an. Im Park steuerten wir direkt zur Schule von Harry, dem Schloss Hogwarts. Dabei mussten wir zuerst durch das Land von Dr. Suss, einer bekannten amerikanischen Kindercomicfigure, und durchs Sindbadland, bevor wir in Hogsmead ankamen. Und wirklich, die Häuser und Strassen sind so gestaltet, wie man es sich als Potter-Fan vorstellt: Die Eulenpost hat im Dach viele kleine Startluken für die gefiederten Briefüberbringer und im Laden sitzen sie alle auf Stangen und schauen auf die Muggles herab. Im Süssigkeitenshop findet man die Pillen in allen Geschmacksrichtungen und der Scherzartikelladen hat unter vielem anderen auch die Gummiohren, mit denen man unter den Türen hindurch horchen kann. Die schwarze Magie beherschen sie hier auch: Für einen echten  Plastikzauberstab aus China zaubern sie den Leuten 30 Dollar (!) aus den Taschen. Einzig der Schnee auf den Dächern passt nicht ganz zu den sommerlichen Temperaturen…

Hogwarts thront über dem kleinen Dorf und wir stellten uns in die Schlange, um auch ein Abenteuer mit Harry zu bestehen. Die Wartezeit betrug ‘nur’ eine Stunde. Die vielen Absperrgitter, die wir relativ leicht umgehen konnten, wiesen darauf hin, dass locker das Doppelte oder Dreifache an Warterei üblich sein könnte. Das Anstehen wurde dadurch verkürzt, dass man durch verschiedene nett gemachte Szenen aus der Geschichte wandelt: Zuerst ging es durch das Gewächshaus mit giftigen, exotischen oder schreienden und zappelnden Pflanzen, dann durch das Schloss mit den sprechenden Wandbildern. Ausserdem gab es viele kleine Einzelheiten aus der Welt von Harry wiederzuentdecken, zum Beispiel den sprechenden Hut und den Punktezähler für die 4 Schülergruppen: Den Slytherins, Ravenclaws, Hufflepuffs und natürlich den Gryffindors.

Endlich auf dem Ride angekommen, waren wir dann echt erstaunt, was die 4D-Technik heute alles schafft: Man setzt sich zu viert quer auf einen Sessel, der einen auf eine Fahrt rund ums Schloss mitnimmt. Auf grossen Leinwänden sieht man Harry und seine Kollegen Quiditch spielen, bis man vor Drachen und Todessern flüchten muss, an der grossen Eiche vorbei, durch Höhlen mit Spinnen und über die höchsten Zinnen des Schlosses. Das ganze ist so gut gemacht, dass man die baumelnden Füsse unwillkürlich anzieht, wenn man knapp über den Boden zu rasen scheint.

Nach diesem Abenteuer brauchten wir eine Erfrischung, ein Butterbier war da genau das richtige. Die Leute der Universal Studios haben auch diesen Geschmack so getroffen, wie man sich ihn vorstellen kann.

Den Rest des Tages verbrachten wir in weiteren Welten: Spiderman, Shrek, Terminator und die Simpsons haben uns durchgeschüttelt. Und uns auf die letzte Station der Reise einstimmend haben wir auch einem Konzert der Blues Brothers in ‘New York’ beigewohnt.

Ein spannender und anstrengender Tag ging zu Ende. Etwas südlich von Orlando haben wir uns dann in einem kleinen Motel müde ins Bett gelegt.

Der nächste Tag war gemütlicher: Wir fuhren bis nach Tampa an die Küste und suchten uns dort ein Motel. Da wir mit dem Zimmer Richtung Strasse nicht zufrieden waren, gab es ein Update auf die Suite (ohne Aufpreis, versteht sich!): 2 grosse Zimmer, ein riesiges Bett und Meersicht. Den Pool liessen wir dieses Mal links liegen und genossen stattdessen mit einem Cocktail in der Hand den Sonnenuntergang direkt vom Strand aus.


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