New York
Montag, Oktober 25, 2010 by Janna
Vom Inlandflughafen “Guardia” fuhren wir mit Bus und Bahn nach Manhattan (Broadway- 95 th West), um zu unserem reservierten Hotel zu gelangen. Trotz Umsteigen und vollen Verkehrsmitteln klappte alles hervorragend. Das Hotel “Fresh” machte seinem Namen leider überhaupt keine Ehre, es war alles andere als sauber und das Zimmer glich eher einer Besenkammer in das sie den Besen rausgenommen und stattdessen ein Stockbett hineingequetscht hatten. Ein Ferneseher durfte trotzdem nicht fehlen und nahm überflüssigerweise auch noch Platz weg. Nun, denn, nachdem wir das einzige Schränkchen so platzierten, dass wir auch was damit anfangen konnten, regten wir uns nicht weiter über dies überteuerte Hotel auf, was uns 100 Dollar pro Tag kostete, sondern begaben uns ins Herz von New York. Einen Vorteil hatte das Hotel: Es war verkehrstechnisch sehr günstig gelegen und da wir nur 3 Tage Zeit hatten um diese Stadt zu erkunden mussten wir nicht viel Zeit für Fahrerei aufbringen. Wir beschränkten uns jedoch auf Manhattan. Andere New Yorker Bezirke müssen zu einem späteren Zeitpunkt erkundet werden…
Um es vorab schon mal in wenige Wort zu fassen: Wir waren begeistert und überwältigt von Manhattan. Den ersten Tag begaben wir uns nach Midtown und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. New York ist wahrhaftig eine pulsierenden Stadt und auch wenn man sich über den massiven Einsatz von Werbemonitoren am Timesquare durchaus aufregen könnte, imposant ist es allemal.
Wir liefen durch die Strassenschluchten in Midtown, vorbei an riesigen Hochhäusern mit unterschiedlichsten Fassaden und Formen, durch die bunten Menschenmassen hindurch oder besser mit dem Strom; neben uns, die vielen gelben Cabs, die hupend durch die Strassen flitzen und in den Ohren die Polizeisirenen, die bis in den 80 Stock hinauf dröhnen. Es ist eine aufregende Sache und man fühlt sich sofort wie in einem amerikanischen Spielfilm. Wir begaben uns zügig zum Empire Statebuildin, dem nach 9/11 wieder höchsten Gebäude der Stadt (Total 443m), und hatten Glück, dass noch nicht so viele Touristen unterwegs waren. Ohne viel Warterei standen wir plötzlich im 86 Stockwerk und schauten von oben auf diese beindruckende Stadt. Das Wetter war herrlich und dementsprechend die Aussicht grossartig. Nach der Fotosession, die wir da oben abhielten, ging es per Expressfahrstuhl wieder hinunter, ein paar Mal leer schlucken war nötig, um die Druckdifferenz von 350 Höhenmeter im Ohr auszugleichen.
Nach diesem Wahrzeichen liessen wir uns weiter durch Midtown treiben. Wir kamen an vielen teuren Designerboutiquen vorbei und als wir das Rockefeller Center erreichten, standen wir plötzlich vor einer Eisbahn auf der sich Gross und Klein beim Schlittschuhlaufen amüsierte. Eine riesige Legoschlange lockte uns in den Legoladen und der Hunger trieb uns bald in einen der vielen Delis, in denen man sehr preiswert und lecker essen kann und die eine vielfältige Auswahl an warmen und kalten Speisen haben, die man aus einem Buffet selbst auswählen kann.
Den Abschluss unseres ersten halben Tages in Manhatten bildete der Besuch des Apple Stores, der unter der Erde unter einem riesigen Glaskubus liegt. Trotz iPhone, iPods und frischen MacBooks konnten wir uns zurückhalten – noch…
Trotz unseres kleinen Rattenlochs schliefen wir doch bis 9 Uhr und mussten uns sputen, dass unser Tagesplan nicht durcheinander geriet. Nach einem Kaffee in einem der über 150 (!) Starbucks in Manhatten fuhren wir zum MoMA – respektive wir versuchten es. Der Bus hatten einen kleinen Unfall direkt vor dem zweiten Applestore in New York, was für ein angenehmer Zufall… Wir blieben aber wieder standhaft und gingen mit leeren Händen aus dem Laden.
Endlich im MoMA angekommen, liessen wir uns durch die Ausstellungen treiben: Design, Architektur, Fotografie, aber auch die originalen Bilder der Künstler wie Picasso, Frida Kahlo, Dali, Warhol faszinierten uns. Nach einigen Stunden waren wir jedoch ziemlich platt und suchten uns zuerst ein gemütliches Deli, diesmal mit Sushi.
Eigentlich wollten wir uns pünktlich um 5 Uhr im Birdland, dem legendären New Yorker Jazzclub einfinden, doch die vielen kleinen Geschäfte hielten uns etwas auf und als wir endlich vor dem Club standen, war das Konzert bereits ausverkauft
Nun denn, in New York mangelt es wahrlich nicht an Entertainment und da wir keine grosse Lust hatten uns für viel Geld eines der Broadwaymusicals anzuschauen, die wahrscheinlich ohnehin ausverkauft gewesen wären, beschlossen wir ins Kino zu gehen. Im Empire lief eine interessante und etwas erschreckende Dokumentation über das amerikanische Schulsystem. Wir genehmigten uns ein Abschlussbierchen im Hardrockcafé mit immens vielen Popstar-Reliquien und fuhren wieder zurück nach Upper Manhattan. Das öffentliche Verkehrssystem ist übrigens super, Busse und die Subway fahren mehr oder weniger die ganze Nacht durch und kosten nicht viel Geld.
Den nächsten Tag starteten wir wieder reichlich spät. Auf der Suche nach einem geniessbaren Kaffee landeten wir leider wieder in einem Starbucks, diesmal auf der anderen Strassenseite zwei Blocks weiter südlich und schlürften unseren Kaffee wieder mal aus Pappbechern. Heute war der Weg das Ziel, wir wollten uns die vielen verschiedenen Quartiere südlich von Midtown anschauen. Die zweite Station nach Murray Hill war das Koreanische Viertel. Unser Mittagsdeli war diesmal koreanischer Prägung. Hier versuchten wir Kimchi mit Kohl, Seetang und eingelegte Eier- yummi yummi!
Zu Fuss ging es weiter zum “Flatiron”. Das Gebäude an der Kreuzung Brodway und 5th Avenue heisst so, weil es mit seiner spitzen Ecke wirklich an ein Bügeleisen erinnert. Bis zum Washington Square Park schonten wir unsere Schuhsohlen und fuhren die paar Blocks mit dem Bus die 5th Avenue hinunter. Der Washington Square überraschte mit vielen Strassenmusikanten, vor allem ein Acappella-Quartett hatte es ziemlich gut drauf. Die Sonne lachte vom Himmel herunter und wir schlenderten weiter durch Greenwhichvillage mit seinen vielen hübschen Häuschen – jedes mit seiner eigenen Feuerleiter – nach SoHo (South of Housten Street). Auf der Prince Street boten viele Stände Schmuck oder Bilder feil. Zu unserer grössten Überraschung fanden wir uns plötzlich im dritten Applestore auf Manhatten wieder
Und jetzt die Auflösung: Wir haben tatsächlich nichts gekauft, obwohl alles ca. 20% billiger als in der Schweiz gewesen wäre.
Von SoHo sind wir weiter durch Little Italy nach China Town gelaufen. Faszinierend wie die Stimmung auf einigen hundert Metern vom Mediteranen mit italienisch sprechenden Kellnern ins Chinesische wechselt: Plötzlich sieht man nur noch komische Schriftzeichen, die Leute laufen mit chinesischen Zeitungen herum oder machen Thai Chi oder – kein Witz – Karaoke im Park.
Weiter ging es durch den City Hall Park nach Ground Zero. Leider sah man durch die Bauabsperrungen nicht viel vom Gelände. In einer kleinen Ausstellung konnten die letzten Minuten des World Trade Centers miterlebt werden. Modelle und Animationsvideos gaben einen Ausblick auf das zukünftig gestaltete Areal: Auf der Grundfläche der Twin Towers werden zwei quadratische Wasserfälle 30 Fuss in die Tiefe stürzen.
Nach dieser Wanderung quer durch halb Manhatten brauchten die Beine etwas Ruhe, was sie auf der Fähre nach Staten Island fanden. Mit diesem Boot fährt man relativ nah – und im Gegensatz zu anderen Schiffen gratis – an der Freiheitsstatue vorbei. Unser Timing war perfekt, sie erstrahlte im Sonnenuntergang. Auf Staten Island machten wir rechtsumkehrt und nahmen die nächste Fähre wieder zurück. Jetzt, da die Sonne schon untergegangen war, glitzerten die Wolkenkratzer des Financial Districts, dem südlichsten Teil von Manhatten.
Den Weg wieder hoch nach East Village fuhren wir allerdings mit dem Bus. In den Strassen dieses Quartiers pulsierte das Leben. Überall war “folk” unterwegs und die Entscheidung zwischen den vielen Bars und Restaurants unterschiedlichster Couleur fiel uns nicht leicht. Wir entschieden uns nach 7 Strassen schliesslich für ein israelisches Bistro und wir wurden wahrlich nicht enttäuscht.
Den Rest des Abends verbrachten wir in einem Kaffee (nein, trotz Internet und Pappbecher kein Starbucks) und schrieben bis weit nach Mitternacht an unserem Blog weiter.
Und schon begann der letzte Tag unserer Reise. Da wir uns erst um 3 Uhr im Flughafen einfinden mussten, nutzten wir den Vormittag für einen Spaziergang im Central Park. Auch das wieder ein Erlebnis für sich: So viele Leute joggend (der Durchschnitts-New Yorker ist übrigens schlanker als der Floridaner), spazierend, rudernd, Fahrrad, Rikscha oder sogar Kutsche fahrend sieht man selten. Wir machten einen kurzen Stopp an den “Strawberry Fields” zu Ehren John Lennons und umrundeten “the Lake”, bevor wir unser Gepäck im Hotel holen mussten um uns Richtung Flughafen zu begeben. Dank Paula, einer netten New Yorkerin, die wir in der Subway kennengelernt hatten, stiegen wir in den richtigen Zug zum JFK-Airport.
Der Flug war ziemlich ereignislos und so sitzen wir nun auf unserem Sofa und schreiben diese letzten Zeilen unseres Blogs…